Was tun, wenn die Erektion ausbleibt? | BCA-CLINIC
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Was tun, wenn die Erektion ausbleibt?

Was tun, wenn die Erektion ausbleibt?

Nachdenklicher Mann im Schlafzimmer mit unterstützender Partnerin bei Erektionsproblemen

Vielleicht hast du es selbst schon erlebt – manchmal funktioniert es beim Sex nicht wie gewohnt. Das ist völlig normal, kann aber die Beziehung belasten. Kommen solche Probleme nur ab und zu vor, ist das in der Regel kein Grund zur Sorge. Selbst gesunde Männer haben von Zeit zu Zeit Schwierigkeiten, beim Sex eine Erektion zu bekommen. Wenn über mehrere Monate hinweg wiederholt Schwierigkeiten auftreten, eine Erektion zu erreichen oder aufrechtzuerhalten, sprechen Fachleute von einer erektilen Dysfunktion (ED). In diesem Artikel erfährst du, woran du sie erkennst, welche typischen Symptome es gibt und wann ein Arztbesuch sinnvoll ist. Umgangssprachlich wird eine ED als Erektionsstörung oder als Impotenz bezeichnet. Die sexuelle Lust (Libido) bleibt oft anfangs noch erhalten. Mit der Zeit gibt es aber selbst hier Probleme. Wenn du dich als Versager fühlst, hast du auch keine Lust auf Sex mehr. Schätzungen zufolge sind weltweit mehr als 150 Millionen Männer betroffen.Das Auftreten variiert nach Alter, Männer im fortgeschrittenen Lebensalter sind stärker betroffen als jüngere. Dieses Thema wird oft noch tabuisiert, sodass die Dunkelziffer deutlich höher liegen dürfte.

Erektionsprobleme sollten jedoch nicht mit Sterilität (medizinisch: impotentia generandi) bzw. Unfruchtbarkeit verwechselt werden. Denn es gibt einen klaren Unterschied. Bei der erektilen Dysfunktion versteift sich der Penis bei sexueller Erregung nicht ausreichend. Bei einer Sterilität hingegen enthält die Samenflüssigkeit nicht genügend gesunde Spermien, um ein Kind zu zeugen.

Im Folgenden erfährst du, was in deinem Körper passiert, wenn du eine Erektion bekommst. Eine wichtige Voraussetzung ist die sexuelle Erregung. Dieses Gefühl entsteht im Gehirn, zum Beispiel durch Berührungen, Erinnerungen, das Ansehen von Personen, Gerüche oder eigene Fantasien. Dadurch werden verschiedene Bereiche des Großhirns stimuliert, unter anderem das Gefühlszentrum. Es entsteht der sogenannte Erregungsreflex. Der Körper schüttet verschiedene Botenstoffe aus. Diese sind wichtig, damit du sexuelle Erregung empfinden kannst. Die entsprechenden Signale werden über die Nerven bis in den Penis weitergeleitet. Dabei werden zusätzliche Botenstoffe freigesetzt, außerdem erweitern sich die Blutgefäße. Die Schwellkörper im Penis vergrößern sich, da sie besser mit Blut versorgt werden. Sie dehnen sich aus, wodurch der Penis hart wird. Bei einer Erektion befindet sich etwa sieben- bis zehnmal so viel Blut im Penis wie in einem erschlafften Zustand. Bei Männern mit einer Erektionsstörung funktioniert dieses System nicht mehr oder deutlich eingeschränkt.

Welche Symptome treten bei einer erektilen Dysfunktion auf?

Das Hauptsymptom bei einer ED ist, dass keine ausreichende Erektion erreicht oder aufrechterhalten werden kann. Die Blutgefäße im Penis sind sehr fein und können empfindlich auf Veränderungen reagieren. Oder das Blut fließt über die Venen zu schnell wieder ab. Dadurch ist die Blutmenge in den Schwellkörpern zu gering, um eine zufriedenstellende Erektion zu erreichen. Typische Symptome einer erektilen Dysfunktion sind:

Gefäßsystem und mögliche Ursachen von Erektionsstörungen verständlich erklärt
  • Eine Erektion bleibt vollständig aus: Die Störung führt dazu, dass sich das Glied beim Sex nicht versteift. Dies kann eine echte Belastung für die Beziehung sein.
  • Das Glied ist nicht lange genug steif: Die Durchblutungsstörungen behindern zwar nicht die Versteifung des Penis. Männer können sie aber nicht lange genug aufrechterhalten.
  • Das sexuelle Verlangen ist zu gering: Besonders bei psychischen Faktoren verringert sich längerfristig das sexuelle Verlangen.
  • Eine morgendliche Erektion bleibt aus: Bei gesunden Männern tritt morgens ganz natürlich eine Erektion auf. Fehlt diese dauerhaft, kann dies auf eine ED hinweisen.

Bei jüngeren Männern sind häufiger psychische Faktoren an der ED beteiligt. Ab einem Alter von etwa 40 Jahren sind die Beschwerden eher auf eine andere körperliche Erkrankung zurückzuführen. Die Art und Ausprägung der Symptome kann Hinweise auf mögliche Ursachen geben:

Symptome einer psychogenen ED

Eine psychogene ED zeigt sich oft durch einen plötzlichen Beginn und tritt vor allem in bestimmten Situationen auf. Die Erektion am Morgen funktioniert reibungslos. Häufig sind Männer unter 50 Jahren betroffen. Ihr liegen psychische Ursachen wie Stress oder ein hoher Leistungsdruck im Beruf zugrunde. Auch Beziehungsprobleme oder psychische Erkrankungen wie Angststörungen oder Depressionen können eine Rolle spielen. Sie können zu erhöhtem Druck beim Geschlechtsverkehr beitragen. Eine Sexualtherapie kann dir helfen, psychische Ursachen zu behandeln.

Symptome einer organischen ED

Eine organische ED hat einen schleichenden Beginn. Im Verlauf wird sie immer stärker. Arbeiten die Venen nicht gut genug, entsteht die Erektion im Stehen besser als im Liegen. Häufig bestehen Begleiterkrankungen wie die Zuckerkrankheit, Bluthochdruck oder Störungen des Fettstoffwechsels. Teilweise müssen Betroffene Medikamente einnehmen, die sich negativ auf den Erektionsprozess auswirken. Auch eine vergrößerte Prostata begünstigt eine ED. Bei zusätzlichen Beschwerden beim Wasserlassen ist eine urologische Abklärung sinnvoll.

Wie du eine erektile Dysfunktion selbst erkennen kannst

Neben den bereits genannten Symptomen kann auch dein Körper Hinweise darauf geben, ob eine ED vorliegen könnte. Es kann hilfreich sein, auf Veränderungen am Penis zu achten. So lässt sich erkennen ob trotz sexueller Erregung Beschwerden auftreten. Achte dabei auf die folgenden Punkte:

  • Wenn eine starke Stimulation wie Reibung nötig ist, damit sich der Penis versteift, kann dies ein Hinweis auf mangelnde Blutzufuhr sein.
  • Du stellst fest, dass die Erektion nach kurzen Pausen beim Sex oder während des Vorspiels schnell wieder nachlässt.
  • Veränderungen der Festigkeit oder Form der Erektion können auftreten – auch dies ist ein mögliches Anzeichen für unzureichende Blutzufuhr.

Erektionsstörungen können sowohl psychische als auch körperliche Ursachen haben. Solche Mischformen beeinflussen sich gegenseitig. Wenn zum Beispiel eine organische Grunderkrankung vorliegt, kann diese Versagensängste beim Sex auslösen. Gleichzeitig verschlimmern bestehende psychische Belastungen häufig vorhandene organische Erkrankungen.

Um das Risiko von Erektionsstörungen zu verringern, ist es sinnvoll, auf die eigene Gesundheit zu achten. Ernähre dich gesund, treibe regelmäßig Sport und integriere ausreichend Bewegung in deinen Alltag. Trinke nur wenig Alkohol und verzichte möglichst auf das Rauchen. Du solltest zudem auf ein gesundes Körpergewicht achten. Mit zunehmendem Lebensalter nimmt der Anteil des männlichen Sexualhormons – Testosteron – im Blut in der Regel ab. Dies ist ein natürlicher Vorgang und kann auch mit einer veränderten Erektionsfähigkeit im Zusammenhang stehen. Daher sind Männer in höherem Lebensalter häufiger betroffen.

Zusammenhang zwischen Erektionsstörungen und Lebensalter

Solche Störungen nehmen im Verlauf des Lebens immer weiter zu. Zwar haben auch junge Männer Probleme, im Unterschied zu älteren Männern liegen hier jedoch andere Risikofaktoren vor. Die Häufigkeit variiert jedoch stark.Schätzungen zufolge sind etwa 8% der Männer zwischen 20 und 29 Jahren betroffen. In der Altersgruppe von 30 bis 39 Jahren steigt der Anteil bereits auf 11%. In der Altersgruppe von 40 bis 49 berichten etwa 40% von Beschwerden. Im höheren Alter kann der Anteil weiter zunehmen. Eine ED tritt bei Männern zwischen 50 und 90 Jahren zB. 10-Mal so oft auf wie bei Männern unter 50 Jahren.

ED – Wann solltest du zum Arzt?

Wenn über einen längeren Zeitraum Schwierigkeiten bestehen, eine Erektion zu erreichen oder aufrechtzuerhalten, ist eine ärztliche Abklärung empfehlenswert. Auch andere sexuelle Probleme, wie ein vorzeitiger oder verzögerter Samenerguss, solltest du vom Arzt abklären lassen. Ein Arzt kann beraten, in einem geschützten Rahmen alle Fragen beantworten und mit dir einen geeigneten Behandlungsplan planen. So wird es dir gelingen, dass du deine Probleme schnell wieder in den Griff bekommst.

Älterer Mann beim Spaziergang als Sinnbild für Hilfe bei Erektionsstörungen

Quellen

  1. Dr. A. Baum. M. Kästner, 2024, Erektile Dysfunktion: wenn kein erfülltes Sexualleben möglich ist, URL: https://www.apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/erkrankungen-der-maennlichen-geschlechtsorgane/erektile-dysfunktion-ursachen-und-behandlung-737345.html (zuletzt aufgerufen am 23. Januar 2026)
  2. Masaja Jimbo, 2024, Erektionsstörung (erektile Dysfunktion, ED), URL: https://www.msdmanuals.com/de/heim/gesundheitsprobleme-von-m%C3%A4nnern/sexualfunktion-und-sexuelle-funktionsst%C3%B6rungen-bei-m%C3%A4nnern/erektionsst%C3%B6rung-erektile-dysfunktion-ed (zuletzt aufgerufen am 23. Januar 2026)
  3. https://www.erektionsstoerungen-behandlung.com/, 2018, Was ist erektile Dysfunktion?, URL: https://www.erektionsstoerungen-behandlung.com/erektionsstoerungen/was-ist-erektile-dysfunktion (zuletzt aufgerufen am 23. Januar 2026)
  4. https://www.bdi.de/, 2024, Was ist eine erektile Dysfunktion?, URL: https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/erektile-dysfunktion/was-ist-eine-erektile-dysfunktion.html (zuletzt aufgerufen am 23. Januar 2026)
  5. Prof. Dr. med. Christian Wülfing, 2024, Erektionsstörungen und Alter: Wie hängt das zusammen?, URL: https://www.gospring.de/ratgeber/erektionsstoerungen/altersgruppen (zuletzt aufgerufen am 23. Januar 2026)

ℹ️
Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Auch wenn Inhalte fachlich geprüft wurden, sind sie nicht als persönliche medizinische Empfehlung für Ihren Einzelfall zu verstehen.

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